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Umstrittener Nebenjob von Bahnvorständin Nikutta: Die DB-Cargo Chefin boxte mit Rechtsgutachten Einzug in den Aufsichtsrat von Knorr-Bremse durch
Zusammenfassung:Sigrid Nikutta, Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn.dpaBahnvorständin und DB-Cargo-Chefin Sigrid Ni
Sigrid Nikutta, Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn.
dpa
Bahnvorständin und DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta ist vor wenigen Wochen in den Aufsichtsrat von Knorr-Bremse eingezogen. Das Unternehmen gilt als Weltmarktführer für Bremssysteme und als ein führender Anbieter sicherheitsrelevanter Zugsysteme.
Im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn stieß der Einzug von Nikutta in das Kontrollgremium von Knorr-Bremse aufgrund eines möglichen Interessenkonflikts auf Kritik, erfuhr Business Insider.
Um den lukrativen Nebenjob antreten zu dürfen, legte Nikutta ihren Aufsehern ein Rechtsgutachten vor und erklärte, dass sie die Tätigkeit zeitlich kaum einschränken würde. Zudem würde sie sich bei dem Anschein von Compliance-Problemen zurückhalten.
Als Sigrid Nikutta 2020 in den Vorstand der Deutschen Bahn berufen wurde, galt sie als der aufstrebende Star im Staatskonzern. Die Westfälin, die zuvor viele Jahre lang die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) als erste Frau erfolgreich führte, war auf dem Weg an die Spitze der Bahnwelt. Insider berichten, dass sie sogar Chancen gehabt habe, ihren Widersacher, DB-Vorstandschef Richard Lutz, zu verdrängen. Ein Karrieresprung, der ihr Gehalt mehr als verdoppelt hätte.
Doch Lutz blieb. Im Herbst 2021 verlängerte der Aufsichtsrat seinen Vertrag um weitere fünf Jahre. Wie es aussieht, muss sich Nikutta also auf absehbare Zeit weiter um den kriselnden Güterverkehr und DB-Cargo kümmern. Für die Aufbesserung des Gehalts der Managerin hat sich derweil aber eine andere Möglichkeit ergeben. Laut einer Pressemitteilung im Mai wurde Nikutta in den Aufsichtsrat von Knorr-Bremse berufen. Das deutsche Unternehmen gilt als Weltmarktführer für Bremssysteme und als ein führender Anbieter sicherheitsrelevanter Zugsysteme. Wie aus den Geschäftsberichten hervorgeht, erhalten die Aufseher bei Knorr-Bremse eine üppige Vergütung. So kassierte der Aufsichtsratsvorsitzende im vergangenen Jahr 330.000 Euro. Ein einfaches Mitglied kommt auf mindestens 100.000 Euro pro Jahr.
Wie Business Insider erfuhr, sorgte der Nebenjob von Nikutta im DB-Aufsichtsrat für Zündstoff. Die geschäftliche Nähe der Unternehmen machten die Kontrolleure misstrauisch. Laut den Kritikern würde Nikutta sich in einem Interessenkonflikt befinden, wenn sie auf Seiten von Auftraggeber und Auftragnehmer gleichzeitig agiere. Es bestehe die Gefahr, dass andere Zulieferer sich darüber beschweren könnten, dass Nikutta Knorr-Bremse bevorzugen könnte. Zudem stand die Frage im Raum: Hat ein Bahnvorstand in dieser Situation überhaupt die Zeit für solch eine Nebentätigkeit?
Nikutta gelang es die Bedenken zu zerstreuen. Nach Informationen von Business Insider legte sie ein Rechtsgutachten vor, wonach der Nebenjob mit ihrer Vorstandstätigkeit vereinbar sei. Eine Art „Firewall solle greifen, um etwaige Compliance-Probleme zu vermeiden. Demnach würde sich Nikutta im Zweifelsfall ausklinken. Zudem gab Nikutta an, auf eines ihrer ehrenamtlichen Mandate zu verzichten, um die Arbeitszeit für Knorr-Bremse zu kompensieren.
Der Aufsichtsrat ließ sich von den Argumenten der Managerin überzeugen, stimmte dem Nebenjob schließlich zu – allerdings nicht einstimmig.
Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn wird demnächst neu besetzt. Gegenüber Business Insider erklärten künftige Bahnkontrolleure, Bauchschmerzen mit der Nikutta-Entscheidung zu haben. Auch aus dem mittlerweile FDP-geführten Bundesverkehrsministeriums spricht man von einem „offensichtlichen Interessenskonflikt, erfuhr Business Insider. Man sei darüber verärgert, dass der Aufsichtsrat Nikutta damals grünes Licht gegeben habe.
Mit der Aufsichtsratsvergütung bei Knorr-Bremse klettern Nikuttas Einkünfte auf über eine halbe Million Euro. Laut Geschäftsbericht kassierte die Managerin im vergangenen Corona-Jahr 409.000 Euro. In internen Runden soll sich die Top-Managerin über das für Vorstände großer Konzerne niedrige Gehalt beschwert haben, berichten Zuhörer. Business Insider konfrontierte Nikutta und die Bahn mit einem Fragenkatalog zu den Vorgängen. DB-Sprecherin Dagmar Kaiser schickte einen Satz zurück: „Wir äußern uns nicht zu vertraglichen Angelegenheiten.
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